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01.10.2020
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© 2012 DRK KV Tecklenburger Land
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Seit 2007 existiert die DRK Rettungshundegruppe Tecklenburger Land mit Sitz beim DRK Ortsverein IbbenbĂŒren. Unsere Aufgabe ist es, Personen, die im GelĂ€nde - Wald und Feld - vermisst werden oder verunglĂŒckt sind, durch den Einsatz von speziell in der "FlĂ€chensuche" ausgebildeten Hunden und ihren HundefĂŒhrer*innen zu finden und zu versorgen.

Fragt man jemanden „Wie arbeitet ein Suchhund?“, bekommt man oft eine Antwort, die so oder so Ă€hnlich lautet „Der Hund riecht an etwas von einer vermissten Person und verfolgt dann ihre Spur“. Diese Hunde nennt man Mantrailer. Sie werden eingesetzt, wenn der genaue Ort bekannt ist, von dem eine Person abgĂ€ngig ist. Die Hunde verfolgen von diesem Punkt aus den Weg der vermissten Person anhand ihrer Geruchsspur. Mantrailer sind z.B. in Stadtgebieten ideal einsetzbar.

Die Hunde in unserer Hundegruppe sind FlĂ€chensuchhunde. Sie eignen sich, um große Waldgebiete schnell und effektiv abzusuchen. Dabei verfolgen sie nicht die Geruchsspur einer bestimmten Person, sondern zeigen jeden Menschen an, der sich zu diesem Zeitpunkt im Gebiet aufhĂ€lt. Beide Sucharten ergĂ€nzen sich hervorragend.
 

Einsatz eines FlÀchensuchhundes

Die folgende frei erfundene Geschichte soll einen Einblick in unsere ehrenamtliche TĂ€tigkeit vermitteln und zeigen, wie der Ernstfall aus Sicht eines HundefĂŒhrers ablĂ€uft:
Etwas Lautes lĂ€sst mich aufwachen. Es ist das GerĂ€usch eines Nebelhorns, direkt neben meinem Kopf. Mein Handy liegt vibrierend auf dem Nachttisch und blinkt. Es ist 01:54 Uhr und wir haben einen Alarm. Ich setzte mich auf, um unserer Staffelleitung zu antworten, dass mein Hund und ich einsatzbereit sind. Mein Einsatzrucksack steht fertig gepackt im Schrank, direkt daneben hĂ€ngt meine Einsatzkleidung. Nun heißt es schnell sein, denn es geht um ein Menschenleben. Es dauert keine 20 Minuten und ich sitze im Auto, auf dem Weg zum Treffpunkt.

Alle einsatzfÀhigen Staffelmitglieder finden sich an der Fahrzeughalle ein. Hunde und das benötigte Equipment werden im Staffelauto verstaut. Nachdem jeder seinen Platz gefunden hat, geht es zum Einsatzort.

Um 02:23 Uhr treffen wir mit vier Hunden, deren HundefĂŒhrern und vier Helfern ein. Unsere Staffelleitung meldet uns bei der Einsatzleitung an, wĂ€hrend wir uns startklar machen. Bei der darauf folgenden Einweisung hören wir, dass die an Demenz erkrankte Frau MĂŒller am Abend nicht nach Hause gekommen ist. Auf einer Karte sind die Waldgebiete eingezeichnet, in denen wir nach Frau MĂŒller suchen sollen.

 
Wir machen uns auf den Weg. Mit meinem Helfer an der Seite und dem Hund an der Leine geht es zu dem Suchgebiet, fĂŒr das wir zustĂ€ndig sind. Mein Helfer trĂ€gt den Einsatzrucksack, hĂ€lt den Funkkontakt zur Einsatzleitung und ĂŒbernimmt unsere Koordinierung, so dass ich mich ganz auf meinen Hund konzentrieren kann.

Ein Blick auf das GPS-GerĂ€t zeigt, dass wir an der richtigen Stelle angekommen sind. Wir prĂŒfen die Windrichtung, besprechen unsere Suchtaktik und dann geht es los.

Mit dem Kommando „Such-und-hilf“ leine ich meinen Hund ab und gehe in das mir völlig unbekannte Waldgebiet. Um mich herum befinden sich BĂ€ume, GestrĂŒpp und Farn. Ich muss aufpassen, wo ich hintrete. Durch die Dunkelheit sehe ich ca. 40 Meter zu meiner Linken den Taschenlampenkegel meines Helfers. Ein blaues Knicklicht zieht in einiger Entfernung vor mir vorbei. Das ist mein Hund. Die Glocke, die an seiner Kenndecke befestigt ist, verrĂ€t mir, wo er sich befindet.

 
Ich schicke ihn durch den Wald, darauf bedacht, keine Stelle in unserem Suchgebiet auszulassen. Am Ende unserer Suche sind wir uns sicher: in diesem WaldstĂŒck befindet sich Frau MĂŒller nicht.

Dennoch waren unsere MĂŒhen nicht umsonst, denn auch der Ausschluss von Arealen hilft, den Aufenthaltsort der gesuchten Person genauer einzugrenzen. Befindet sich die vermisste Person in dem uns zugeteilten Gebiet, wird ein geprĂŒfter Rettungshund diese mit Sicherheit finden. Denn genau das ist unsere Aufgabe, fĂŒr die wir wöchentlich trainieren und regelmĂ€ĂŸig PrĂŒfungen absolvieren.

Mein Helfer informiert die Einsatzleitung ĂŒber das Beenden unserer Suche, und dass sich Frau MĂŒller nicht in unserem abgesuchten WaldstĂŒck befindet. Wir machen uns auf den RĂŒckweg zur Sammelstelle.

Kurz darauf ertönt ein lautes Bellen durch den Wald. Wenig spĂ€ter hören wir es ĂŒber Funk: ein anderes Such-Team hat Frau MĂŒller gefunden.

 

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